Nun hatte er die angebetete Dame für sich gewonnen und feierte mit seinen Ritterkumpanen ein dreitägiges Freudenfest. Danach erst machte er sich auf den Weg zum König.

„Herr“, erklärte er diesem heuchlerisch. „Ich bin Euerm Ruf gefolgt, so bald es möglich war. „Aber ein Pferd war müde vom Turnier, ein anderes lahmte und das  dritte musste ich erst beim Hufschmied abholen. Jetzt bin ich hier zu Euren Diensten.“

Erzürnt ob so viel Dreistigkeit rief der König: „Gundar, du hast mir unbedingte Treue und Gehorsam geschworen. Meine Kundschafter haben mir anderes berichtet. Du zogst das Fest dem tapferen Kampfe vor! Du kommst zu spät, meine Krieger sind schon ausgerückt.“

Und seinen Dienern befahl er: „Nehmt ihm Pferd und Schwert ab! Er ist des Ritterstandes nicht würdig“.

Gundar zog beschämt zu Fuß von dannen und ward nie wieder gesehen.  

 

Ritter Gundar und die Königstreue 3